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26.09.2017

Reformation in Eschborn

Schüler der Heinrich-von-Kleist-Schule setzten sich mit Martin Luther auseinander

OBERURSEL. Das Reformationsjubiläumsjahr neigt sich langsam dem Ende zu. Mit dem diesjährigen Reformationstag am 31. Oktober – der ja sogar einmalig zum arbeitsfreien Feiertag erkoren wurde – geht auch für die Schüler der Heinrich-von-Kleist Schule in Eschborn eine Zeit der besonders intensiven Beschäftigung mit Martin Luther und der Reformation zu Ende. Dabei war den Initiatoren besonders wichtig, dass diese Arbeit selbstverständlich ökumenisch und auch fächerübergreifend gestaltet wurde.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres war eine große Feierstunde im Kleist-Forum der Schule am vergangenen Mittwoch. Schulleitung und Religionsfachschaft hatten neben 150 Vertreterinnen und Vertretern aus der Schülerschaft zahlreiche Ehrengäste, Bürgermeister Geiger und weitere Vertreter aus dem öffentlichen Leben, Pfarrer, Dekane und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den umliegenden kath. und ev. Gemeinden, Vertreterinnen aus Elternbeirat und Förderverein, Freunde und Förderer der Schule. Als Ehrengast konnte die Schule den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau, Herrn Dr. Dr. Volker Jung, begrüßen, den sie schon vor zwei Jahren als Festredner haben gewinnen können.

Nach einer musikalischen Einstimmung und der Einführung durch Schulleiter, Herrn Adnan Shaikh, wurden verschiedene beeindruckende Projekte der Schule zum Reformationsjahr vorgestellt. Schüler aus der E-Phase stellten die Lutherausstellung vor. Weiterhin gab es Präsentationen über die verschiedenen Wartburg-Exkursionen, den Besuch des ev. Dekans im Oberstufenunterricht, das Geschichtsprojekt „Eschborn und die Reformation“ sowie den Reformationsgottesdienst der Jahrgangsstufe 8, der im Oktober stattfinden wird. Die "Darstellendes Spiel"-Kurse der Q1 hatten sich ganz intensiv mit dem Menschen Luther und seinen inneren Konflikten auseinandergesetzt  und dies in sehr gekonnter Weise in Szene gesetzt. Besonders beeindruckte auch die Vorstellung der 95 Thesen der Heinrich-von-Kleist-Schule. In diesem Projekt hatten die Religionsgruppen aus allen Jahrgangsstufen der Schule ihre eigenen Thesen formuliert und in Analogie zu Luthers 95 Thesen auf Missstände der heutigen Zeit aufmerksam gemacht. Nur wurden die HvK-Thesen nicht an eine Tür genagelt, sondern ganz modern auf  Rollup und Flyern veröffentlicht. Moderiert wurde die Veranstaltung flott und professionell von zwei Schülern aus der Q3. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand eine Festrede von Kirchenpräsident Jung. In seiner Ansprache ging der Theologe darauf ein, was Luther und die Reformation für die heutige Zeit und besonders für Kinder und Jugendliche im 21. Jahrhundert bedeuten könnten. Dabei stellte er die große Bedeutung Luthers für die Herausbildung und Formung wichtiger Werte wie Freiheit und Menschenwürde heraus. In sehr ansprechender Weise stellte er dann den Bezug zu aktuellen Fragen wie der Flüchtlingskrise und der zunehmenden Digitalisierung her, betrachtete diese aus lutherisch-reformatorischer Perspektive und zeigte Handlungsoptionen auf. Der Kirchenpräsident traf den Nerv der Zeit und machte auf eindringliche Weise deutlich, wie aktuell Luthers Gedanken auch heute noch sind, ohne dabei aber auch aus heutiger Sicht problematische Äußerungen Luthers zu verschweigen. Zum Abschluss der Feierstunde waren alle zur Pflanzung einer Luthereiche auf der Wiese vor der Schulbibliothek eingeladen. Diese Eiche wird die Schulgemeinde der Heinrich-von Kleist- Schule in ökumenischer Verbundenheit auch weiterhin an das Jubiläumsjahr Luthers erinnern.

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