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Zeitzeugengespräche

Unter dem Motto "Fragt uns wir sind die letzten ..." begegneten im Limburger Priesterseminar über 1200 Schüler Überlebenden des NS-Regimes aus Polen
Zeitzeugengespräche
Zeitzeugengespräche
© Matthias Cameran

„Kind … 17 Jahre … zu meiner Mutter!“ Wenn der 91jährige Fryderyk Jakimiszyn aus seinem Leben und der Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern Polens erzählt, kann man eine Stecknadel fallen hören. Im Angesicht des Karabiners eines deutschen Wachsoldaten, der ihn erschießen will, umfasst er dessen Beine und küsst dessen Stiefel – und bekommt schließlich das Leben geschenkt. Fryderyk ist einer von 4 Zeitzeugen, die auf Einladung des Referats Berufliche Schulen/Religionspädagogisches Amt nach Limburg gekommen sind. Für gut eine Woche waren Bogdan Chrzescianski, Irena Szczurek, Zofia Wareluk und Fryderyk Jakimiszyn Gäste im Bischöflichen Priesterseminar.

In Kooperation mit dem Maximilian-Kolbe-Werk, der Stadt Limburg und der Stiftung „Demokratie leben“ hatte Marc Fachinger dieses Zeitzeugenprojekt organisiert. Dabei halfen ihm 5 Student*innen aus Frankfurt und Gießen: Coleen Bradford, Franciska Curcic, Lisa Heinrich, Randi Schmidt und Leon Steurer, sowie 5 Dolmetscherinnen: Barbara Schiller, Magdalena Maxein, Margarete Gora, Jutta Renner und Marianne Drechsel-Gillner.

Über 1.100 Schülerinnen und Schüler aus 15 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg haben sich in die schreckliche Zeit der Naziherrschaft über Polen mit hinein nehmen und aus versehrten Leben erzählen lassen. Es sind Lebensgeschichten und Erfahrungen, die unvorstellbares Grauen aus der Geschichte lebendig werden lassen, die zutiefst anrühren und betroffen machen. Unmenschliche Lagerrealität, Todesmärsche,  aber auch immer wieder Hoffnung und Erfahrungen von Hilfe, Glück und Vertrauen. „Für Schülerinnen und Schüler ist es unwahrscheinlich wichtig, in Kontakt mit der Generation der Zeitzeugen zu kommen und diese als die Letzten fragen zu können. Die authentische Begegnung ist etwas anderes als die Darstellung in einem Geschichts- oder Religionsbuch.“ So Marc Fachinger. „Die jungen Menschen begegnen in den Zeugnissen der polnischen Überlebenden des NS-Regimes trotz all der Grausamkeit auch einer tiefen Menschlichkeit und Achtung vor dem Leben.“       

Die Tiefe der Fragen der Schülerinnen und Schüler ließ deutlich werden, wie viel echtes persönliches Interesse geweckt wurde. Und auch die Frage nach Gott in all dem wurde gestellt.

© Matthias Cameran
© Matthias Cameran
© Matthias Cameran
© Matthias Cameran
© Matthias Cameran

Presseartikel

Über die öffentlichen Abendveranstaltungen am Dienstag, 21.August und am Mittwoch, 22. August 2018 berichtete die Nassauische Neue Presse.

Erinnerungen an das Grauen. Zwei Zeitzeugen der NS-Verbrechen schildern ihre schlimmen Erlebnisse. NNP, 24.8.2018

 

Holocaust. Zeitzeugin Irena Szczurek berichtet: Vom Kindermädchen gerettet. NNP, 25.8.2018