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"Was für ein Mensch will ich sein?"

"Was für ein Mensch will ich sein?"
"Was für ein Mensch will ich sein?"

In Absprache mit der Stadt Hadamar und in Vorbereitung mit Schülerinnen aus der Glasfachschule, sowie der Deutschlehrerin Frau Hartmann-Menz fand am 7. November in der Hadamarer Synagoge eine beeindruckende Gedenkveranstaltung statt.

Dabei wurde zum einen der historische Kontext der Pogrome in Hadamar vor 80 Jahren beleuchtet, aber auch ein Blick auf die Gegenwart gewagt. Eine Schülerin der Glasfachschule berichtete aus eigenem Erleben über Rassismus und Pogromstimmung.

Die Namen von 57 Hadamarer Juden im Alter von 11 bis 83 Jahren wurden vorgelesen, welche fast alle in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Am Ende der Gedenkveranstaltung bekannte spontan ein Hadamarer, der die überlebende Jüdin Bertha Schönberg noch gekannt hatte, sein Eintreten für eine Welt, in der weder Herkunft noch Religion über ein Menschenleben entscheiden dürfe.

Marc Fachinger, Leiter des Religionspädagogischen Amtes, hatte als Veranstalter kurz zuvor den evangelischen Pfarrer Dietrich Bonhoeffer zitiert.

Den Optimismus als Willen zur Zukunft soll niemand verächtlich machen. Es gibt Menschen, die (...) glauben an das Chaos, die Unordnung, die Katastrophe ... und entziehen sich in Resignation ... der Verantwortung für das Weiterleben, für den neuen Aufbau, für die kommenden Geschlechter.
Mag sein, dass der jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht.

Dietrich Bonhoeffer, in: Widerstand und Ergebung