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Schülerinnen und Schüler des Adorno- u. Heinrich-v.-Gagern-Gymnasiums treffen Delegation aus Paraguay

Schülerinnen und Schüler des Adorno- u. Heinrich-v.-Gagern-Gymnasiums treffen Delegation aus Paraguay
Schülerinnen und Schüler des Adorno- u. Heinrich-v.-Gagern-Gymnasiums treffen Delegation aus Paraguay

Draußen Friday for future, drinnen Nachhaltige Entwicklung

Die Trillerpfeifen der jungen Demonstranten sind bis in den Saal zu hören. Und sie ergänzen, was dort gerade verhandelt wird: der Raubbau und die Vergiftung der Natur. Ein Film über den Sojaanbau in Paraguay zeigt den Schülern aus den 9. Klassen des Adorno-  und Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums exemplarisch auf, dass am Ende der Mensch schließlich Schaden nimmt. Was heißt „Schaden“? Es geht um mehr. Darum, dass Menschen sterben. Darüber berichtet im Film die paraguayanische Kleinbäuerin Fr. Juana Mendoza. Das Besondere dieser Veranstaltung ist: die SchülerInnen und ihre Lehrkräfte unter Leitung von Fr. Hauk und Hr. Wenderdel in Begleitung von einigen KollegInnen sitzen Fr. Martinez direkt gegenüber, fragen und diskutieren mit ihr. Neben ihr hat die Kinderärztin Dr. Benitez, die die gesundheitlichen Folgen des Einsatzes von Glyphosat für den Anbau der Soja Monokultur wissenschaftlich untersucht, Platz genommen.
Frau Dr. Bossung-Winkler von MISEREOR führte die Besuchsgruppe seit zwei Wochen durch Deutschland, von Köln bis Speyer gab es Begegnungen mit Schulen und Bildungshäusern. Frankfurt als Abflugsort ist die letzte Station, und so hat sich in Zusammenarbeit mit dem RPA diese wunderbare Gelegenheit zum Austausch ergeben.

"Wie geht es heute dem durch die Pflanzengifte erblindeten Jungen?" erkundigt sich die eine Schülerin, "wie den anderen Erkrankten?" Die Ärztin hat schlechte Nachrichten: sechs von zehn sind gestorben, drei bettlägrig, alle an Krebs erkrankt. Weiter Nachfragen beziehen sich auf die politische Ebene. Fr. Martinez beklagt die Korruption, die verhindert, dass sich das Recht durchsetzt. Nur die Anwesenheit der Filmleute habe dazu geführt, dass der Großagrarbetrieb ein paar Meter der eigentlich vorgeschriebenen Schutzstreifen bepflanzt hat. Als sie weg waren, hätten diese auch ein Ende gehabt, und so weht das versprühte Glyphosat-Gift weiter ins Dorf, in die Schule und vergiftet der Brunnen. Eine Hoffnung sei die UNO, durch die im letzten Jahr ein Urteil auf Schadenersatz gegen eine Agrarindustrie-Firma erwirkt werden konnte.

Wir wünschen den Frauen, dass sie weiter Kraft und Glaubensmut haben, gegen ihren übermächtigen Gegner aus der Agrar- und Chemieindustrie zu kämpfen. Die Zerstörung der natürlichen Lebenswelt, der Landraub und die Vergiftung der Umwelt schreien zum Himmen.

Und im Saal macht sich auch die eigene Betroffenheit breit: Bayer ist ein deutsches Unternehmen, das seit Kurzem mit dem Umweltgift „Glyphosat“ Geld verdienen will. Und es war ein deutscher Landwirtschaftsminister, der 2017 gegen die Kabinettsabsprachen die entscheidende Stimme für eine Zulassung dieses Mittels in der EU gegeben hat. Da kann man doch was tun, denken viele, und formulieren erste Ideen, während draußen weiter Trillerpfeifen lärmen. 

Raising Resistance - Wie Widerstand wächst