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Missio Canonica
Missio Canonica
© Bistum Limburg

Missio Canonica

Was bedeutet Missio Canonica?

Über die staatliche Unterrichtserlaubnis - die sogenannte Fakultas für Katholische Religion - hinaus, benötigen katholische Religionslehrkräfte die Missio Canonica. Sie ist eine Sendung des Bischofs im Dienst der kirchlichen Verkündigung. Jedes Jahr werden im Bistum Limburg rund 50 Personen feierlich mit der Missio Canonica betraut, um namens der Kirche Katholischen Religionsunterricht erteilen zu können.

Grundsätzlich gilt: Wer lebendigen Glauben hat, der ist darauf aus, dass sein Leben mit Jesus Früchte trägt, von denen andere etwas haben. Das ist die Mission aller zeugnisfähigen Christen und auch die Basis für das schulische Engagement der Kirche. Darüber hinaus haben Religionslehrerinnen und Religionslehrer durch ihre Ausbildung besondere Qualifikationen erworben, die durch die bischöfliche Sendung eigens anerkannt werden.

Wer sich von der Kirche mit der Missio Canonica beauftragen lässt, muss das Geheimnis der Kirche kennen und sich im Hl. Geist mit ihr verbunden wissen. Von dieser Identifizierung hängt zu einem Gutteil die Glaubwürdigkeit des Glaubens in der Schule ab. Denn Kinder und Jugendliche nehmen ihre Religionslehrerin und ihren Religionslehrer auch als kirchliche Person wahr, die sich zu ihrer Kirche bekennt. Die Liebe zur Kirche schließt die Möglichkeit zur Kritik an ihr nicht aus, im Gegenteil: Sie ist die Voraussetzung dafür, dass diese Kritik nachhaltig wirksam wird.

Mit diesem Selbstverständnis sehen die Religionslehrerin und der Religionslehrer keine Einschränkung ihrer Freiheit, wenn sie ihren Unterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche erteilen und auch in ihrer persönlichen Lebensführung katholische Essentials beachten. Sie werden es auch nicht als Zumutung empfinden, wenn sie sich über den Unterricht hinaus gefragt sehen – nicht von ungefähr sind gerade Religionslehrerinnen und Religionslehrer oft Vertrauenspersonen, die von den Kindern und Jugendlichen mit persönlichen Problemen angesprochen werden. Im Blick darauf ist das Dezernat Bildung und Kultur dabei, über die bestehende Unterstützung hinaus den Bereich Schulpastoral auszubauen.

Wege zur Missio Canonica

Die kirchliche Bevollmächtigung für den Religionsunterricht gibt es in Form der zeitlich befristeten kirchlichen Unterrichtserlaubnis und als Missio Canonica.

Beide Arten von Bevollmächtigung können im Dezernat Bildung und Kultur entsprechend dem Examen für die jeweilige Schulform beantragt werden. Bei Ablehnung sind die Gründe mitzuteilen.

Die vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis

Die vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis ist rechtzeitig vor Beginn des Vorbereitungsdienstes zu beantragen. In der Regel ist für die Ausstellung der kirchlichen Unterrichtserlaubnis das Bistum zuständig, in dessen Gebiet die 1. Staatsprüfung abgelegt wurde bzw. in dem die Universität liegt, in der das Studium beendet wurde.

Das Antragsformular für die Erteilung der vorläufigen kirchlichen Unterrichtserlaubnis und der Personalbogen können über das Bischöfliche Ordinariat Limburg bezogen oder aus dem Internet www.schule.bistumlimburg.de heruntergeladen werden. Die Bewerber/-innen, die den Nachweis über die kirchliche Studienbegleitung führen, reichen eine beglaubigte Kopie des Studienbegleitbriefes beim Dezernat Bildung und Kultur ein. Darüber hinaus ist eine Person, die ein Priester – nach Möglichkeit der Ortspfarrer - sein sollte, als Referenz anzugeben. Wenn nicht die Möglichkeit bestand, einen Nachweis über die kirchliche Studienbegleitung zu führen, ist neben der priesterlichen Referenz eine zweite Referenz zu nennen. Nach Erlangen des 1. Staatsexamens ist das Zeugnis in beglaubigter Kopie beim Dezernat Bildung und Kultur einzureichen. Die Urkunde der vorläufigen kirchlichen Unterrichtserlaubnis kann erst ausgestellt werden, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen. Die kirchliche Unterrichtserlaubnis ist auf die Zeit des Vorbereitungsdienstes beschränkt.

Die Missio Canonica

Der Antrag auf Erteilung der Missio Canonica wird an das Bistum gerichtet, in dessen Gebiet sich die Schule befindet, an der unterrichtet wird. Sollte noch keine Anstellung erfolgt sein, kann die Missio Canonica in dem Bistum beantragt werden, von dem die kirchliche Unterrichtserlaubnis ausgestellt wurde. Bewerberinnen und Bewerber, denen im Bistum Limburg die vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis ausgestellt wurde, werden vom Dezernat Bildung und Kultur rechtzeitig angeschrieben und über das weitere Verfahren informiert.

Mit der Antragstellung bringen die Bewerberin und der Bewerber die Bereitschaft mit, „den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre und den Grundsätzen der Kirche zu erteilen. Der Religionslehrer beachtet katholische Grundsätze in der persönlichen Lebensführung“ (vgl. Rahmenrichtlinien der Deutschen Bischofskonferenz für die Erteilung der Missio canonica für staatliche Lehrkräfte mit der Fakultas „Katholische Religionslehre“, Amtsblatt Limburg 1973 Nr. 148/149).

Konkret bedeutet das mit umfassendem Blick auf das christliche Leben:

Die Religionslehrerin und der Religionslehrer sind getauft, haben die Initiationssakramente empfangen und sind lebendige Mitglieder der katholischen Kirche. Die Religionslehrerin und der Religionslehrer nehmen am Leben der Gemeinde teil, insbesondere am Sonntagsgottesdienst. Verheiratete Religionslehrerinnen und Religionslehrer leben in einer kirchenrechtlich gültig geschlossenen Ehe. Die Religionslehrerin und der Religionslehrer lassen, soweit das in ihrer Ehe möglich ist, ihre Kinder katholisch taufen und bemühen sich nach Kräften darum, sie im katholischen Glauben zu erziehen.

Zur Vorbereitung auf die Sendung der Missio Canonica wird im Bistum Limburg mit den angehenden Religionslehrkräften ein vorbereitendes Gespräch gesucht. Auch werden sie zu einer Tagung eingeladen, die sich thematisch mit der Bedeutung der bischöflichen Sendung auseinander setzt.

Ansprechpartner

Matthias Cameran
Referent für Religionspädagogik
Tel.:06431 295-386
Alexandra Kremer
Verwaltung
Tel.:06431 295-349