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Krisenpläne und „Wegweiser Hilfe“

Schulseelsorgetag in Marienstatt
Krisenpläne und „Wegweiser Hilfe“
Krisenpläne und „Wegweiser Hilfe“
Wie mit Krisensituationen an Schulen umgehen? Dieser Frage gehen die Seelsorger nach. © Christian Pulfrich/Dr. Hauke Bietz, Marienstatt

Austausch, Vernetzung, Fortbildung: Im verganenen Monat tagten Schulseelsorger und schulpastoralen Mitarbeiter der katholischen Schulen des Bistums Limburg zum Thema schulische Krisensituationen. Das Private Gymnasium der Zisterzienserabtei Marienstatt war beim diesmaligen Treffen Gastgeber für die Mitarbeiter des Johannes-Gymnasiums (Lahnstein), der Bischof-Neumann-Schule (Königstein), der Marienschule (Limburg), der St. Ursula Schule (Geisenheim) und der St. Angela Schule (Königstein). Dabei wurden zwei Arbeitsschwerpunkte vorgestellt: „Umgang mit dem Tod in der Schule“ und der sogenannte „Wegweiser Hilfe“.

Wenn der Tod in die Schule kommt, entsteht eine schulische Krisensituation. Die Marienstatter Schulseelsorger haben in den vergangenen Jahren ein Konzept erarbeitet, das in solchen Ausnahmesituationen hilft, ruhig und strukturiert vorzugehen. Schulseelsorgerin Alexandra Cäsar erklärt: „Es wirkt vielleicht etwas übertrieben, wenn wir wirklich kleinschrittig die Situation durchplanen. Unserer Erfahrungen haben aber gezeigt, dass es sehr hilfreich ist, auf Übersichten und Konzepte zurückzugreifen, die in einer ‚ruhigen Minute‘ entstanden sind.“ In der Akutsituation sei man unter Umständen selbst Betroffener, müsse aber reagieren. Alexandra Cäsar und ihre Kollegen verwiesen darauf, dass man nicht jede Eventualität durchplanen könne, aber das Verteilen von Aufgaben, das Besprechen von Kompetenzen und das Vorentlasten von Notwendigkeiten erleichterte die Arbeit in der schweren Situation.

„Eines meiner Familienmitglieder ist schwer erkrankt und ich mache mir Sorgen, wie es weiter geht“,  „Ich werde über WhatsApp geärgert und beleidigt“ oder „Ich leide oft unter Angstzuständen.“: Das sind häufige Probleme, die die Schüler umtreibt. Ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte sei für die Schulgemeinde des Privaten Gymnasiums Marienstatt eine Selbstverständlichkeit und die praktische Umsetzung der Botschaft Jesu in unsere Zeit. Ausgebildete Schulseelsorger, eine Schulsozialarbeiterin in Kooperation mit der Caritas, Verbindungslehrkräfte sowie Lehrer mit speziellen Beratungsthemen bilden ein starkes Team für ein breites Beratungsnetzwerk. Wie kann die Schulgemeinde schnell erkennen, wer der richtige Ansprechpartner ist? Mit dieser Frage hat sich das Schulseelsorgeteam in Marienstatt intensiv beschäftigt. Daraufhin wurde der „Wegweiser Hilfe“ entwickelt, mit dem alle Schüler sowie Eltern schnell erkennen können, wo in der Schule Hilfe vorhanden ist. Das umfangreiche Beratungsangebot ist auf einem übersichtlichen Plakat in einzelne Problemfelder unterteilt worden. Zu jedem Problemfeld wurden Ich-Botschaften formuliert. Schüler und Eltern können demnach sehr gezielt ihre Frage- und Problemstellung finden. Unter den drei großen Überschriften: „Hilfe“, „Beratung“ und „Vorbeugung“ finden sich alle Kontaktdaten und die Fotos des Hilfe-Teams. Die Schulpastoralteams hatten bereits vor Ort die Gelegenheit, einen ersten Ansatz für die Übertragung des Konzeptes in die eigene Schule anzudenken und Fragen an das Team aus Marienstatt zu stellen.