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Ein christliches Start-up und die Kinder von Bullerbü

Neue Unterrichtsmaterialien zu Katharina Kasper erschienen
Ein christliches Start-up und die Kinder von Bullerbü
Ein christliches Start-up und die Kinder von Bullerbü
© Amt für kath. Religionspädagogik WW/Rhein-Lahn

Katharina Kasper hat im Westerwald ein christliches Start-up gegründet. Und direkt viele Unterstützerinnen und Sponsoren gefunden. Was nach der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ klingt, ist in Wirklichkeit die Lebensgeschichte einer Ordensgründerin für Schüler von heute erzählt. Nachzulesen in einem neuen Unterrichtsheft des Amts für katholische Religionspädagogik in Montabaur. Mit einem Studientag in Dernbach mit 35 Religionslehrern und Erziehern sind jetzt diese neuen Unterrichtsmaterialien zu der gerade heiliggesprochenen Katharina Kasper an den Start gegangen. Bei diesem Tag gab es neben einem Vortrag von Schwester Gottfriedis von den Dernbacher Schwestern zum Lebenswerk von Katharina Kasper auch verschiedene Workshops zu dem neuen Heft. Auf insgesamt 86 Seiten gibt es sowohl Unterrichtsideen für Grundschule, Förderschule und Sekundarstufe als auch pädagogische Einheiten für Kindertagesstätten.

Zuviel des Guten in Bullerbü

Für Grundschullehrer wird in den Unterrichtsmaterialien beispielsweise die Frage erörtert, was überhaupt heilig ist. Unter anderem wird dieser Unterrichtsvorschlag mit einem „sehenden Herzen“ illustriert. Denn man müsse auch ein Auge für die Not der Anderen haben, erklärt die Referentin Martina Kalb-Steudter, die gleichzeitig Autorin dieser Unterrichtseinheit ist. Dabei rekurriert sie auf eine Geschichte aus „Die Kinder von Bullerbü“, in der die Kinder Menschen helfen, die die Hilfe so nicht brauchen und in der dadurch eine unfreiwillige Komik entsteht. Daneben gibt es Vorschläge zu Einheiten wie „Was wir im Herzen tragen“, Malvorlagen oder eine Drehscheibe zu Katharina Kaspers Lebensweg.

Großes Herz auf kleiner Figur

In einem Workshop für Erzieher wird eine pädagogische Einheit direkt umgesetzt: Dabei wandert eine kleine Holzfigur von Hand zu Hand und die Referentin Teresa Ley erzählt in einfachen Sätzen die Lebensgeschichte von Katharina Kasper.  Ein rotes Herz aus Papier wird auf die Figur geklebt. Ein recht großes Herz für diese kleine Figur. Und doch passt das Bild gut zu der Geschichte: Katharina Kasper hatte ein großes Herz - für Arme, für Kinder, für Kranke, für Alte. Auch ein Lied für den Elementarbereich ist Bestandteil des neuen Heftes.  

Autoren des Heftes sind Sarah Hohmann, Martina Kalb-Steudter, Mechthild Roth, Andreas Thelen-Eiselen und die Leiterin des Amts für Religionspädagogik in Montabaur Dr. Katharina Sauer. Sie erklärt die Idee zu dem neuen Heft: „Wir möchten Anregungen geben, die Person Katharina Kasper zu entdecken, in ihrem historischen Kontext und in ihrem Vorbildcharakter.“ Ein Vorbild im Glauben sei Katharina Kasper für Lehrer, Erzieher, Kinder und Jugendliche gleichermaßen. Zu entdecken seien in ihrem Leben Geschichten vom unbedingten Angenommenseins des Menschen durch Gott. Das seien Geschichten „von einer besseren Welt“.

Fenster zu Katharina geöffnet

Zum Auftakt hatte Schwester Gottfriedis „ein Fenster zu Katharina Kasper“ geöffnet, wie Katharina Sauer treffend formulierte. Schwester Gottfriedis beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Leben und Werk ihrer Ordensgründerin. Katharina Kasper, die einfache Frau aus dem Westerwald, stellte sich „ganz und uneingeschränkt dem Willen Gottes zur Verfügung, völlig frei von sich selbst, für Gott und für ihre Mitmenschen“, so Schwester Gottfriedis. Aus dieser Haltung heraus habe Katharina Kasper ihre innere Freiheit, ihr uneingeschränktes Gottvertrauen und ihre Dankbarkeit gewinnen können.

Kinder ermutigen, sich zu entfalten

Lehrer und Erzieher will Schwester Gottfriedis ermutigen, selbst ein Vorbild im Glauben zu sein. Und sie rät ihnen, im Gespräch mit Gott zu sein – für die eigene Spiritualität. „Selbst beten für die innere Ruhe: Das ist Katharina.“ Aber nicht nur das Gebet, auch eine gewisse Gelassenheit könne entlasten: „Ich gebe meins, so gut ich kann“. Und den Dank bekomme man als Lehrer oder Erzieher ohnehin erst 20 Jahre später, erzählt die 86-jährige Ordensfrau, die selbst lange als Lehrerin an einem Gymnasium gearbeitet hat. Es gelte, Kinder und Jugendliche zu ermutigen, sich im Diesseits zu entfalten: „Das heißt, die Gaben und Talente, die Gott einem geschenkt hat, einzusetzen“. Darüber hinaus sollten Lehrer auch vom Jenseits sprechen: „Glücklich in der Zeit und selig in der Ewigkeit“. Das wünsche sie sich – glückliche, frohe Kinder, die sich entfalten könnten.

Unterrichtsmaterialien online oder telefonisch bestellen

Die neuen religionspädagogischen Materialien „Heilige Maria Katharina Kasper“ für den Elementarbereich, die Primar- und Sekundarstufe und Förderschule können kostenfrei bestellt werden beim Amt für Religionspädagogik Westerwald/ Rhein-Lahn in Montabaur – telefonisch 02602-680222 oder per Mail an relpaed.montabaur@bistumbistumlimburglimburg.de.

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